Hüftgelenk

Das Hüftgelenk ist ein Kugelgelenk und wird gebildet durch die Gelenkpfanne (Azetabulum) und dem proximalen Ende des Oberschenkels (Femur). Das Azetabulum selbst entwickelt sich durch die knöcherne Verschmelzung um das 14.-16. Lebensjahr von Darmbein (Os ilium), Sitzbein (Os ischii) und Schambein (Os pubis). Das proximale Femur besteht aus dem Femurkopf (Caput femoris), dem Schenkelhals (Collum femoris) und dem Übergang zum Femurschaft, der sog. Trochanterregion mit dem grossen (Trochanter major) und dem kleinen Rollhügel (Trochanter minor). Die Hüftgelenkspfanne überdacht zum grössten Teil den Femurkopf, wobei der Winkel zwischen dem Femurkopfzentrum und dem äusseren Rand des Azetabulums (CE (Centrum-Erker)-Winkel zwischen 25-39° liegt. Bei einem Winkel <25° spricht man von einer Hüftdysplasie mit zu wenig Überdachung, bei einem Winkel >39° besteht die Gefahr des mechanischen Einklemmens des Schenkelhalses und der Hüftpfanne. Dieses Einklemmen wird als femoroazetabuläres Impingement (FAI) bezeichnet. Zudem ist die Hüftgelenkspfanne 20° nach vorne gedreht (Anteversion). Der Winkel zwischen Hals und Schaft (CCD (Centrum-Collum-Diaphysen)-Winkel) beträgt ca. 125°. Zu steile Schenkelhälse sind valgisch, zu flache varisch. Zudem ist der Hals normalerweise 10-20° nach vorne gedreht (Antetorsion). Die knöcherne Führung wird gesichert durch die faserknorpelige Gelenklippe (Labrum acetabuli), die als Dichtungsring wirkt, und die Kapsel, die durch kräftige Bänder verstärkt ist.

Abbildung 1
 Abb. 1
Abbildung 2
 Abb. 2

 
Abb. 1. Beckenmodell von ca. 1920 (Besitz spine-pelvis AG) mit seitlicher Ansicht auf die Hüftgelenkspfanne (Azetabulum). Das Azetabulum kann als ein auf den Kopf gestelltes „Y“ (rot gestrichelte Linien) beschrieben werden mit einem Vorderpfeiler mit Vorderwand und einem Hinterpfeiler mit Hinterwand.
 
Abb. 2. Hüftgelenksmodell (eines Kindes) von ca. 1880 (Bock-Steger/Lips nach einem Entwurf des Anatomen Carl Ernst Bock (1804-1874); Besitz spine-pelvis AG) mit Ansicht auf die Hüftgelenkspfanne (Azetabulum) und dem proximalen Anteil des Oberschenkels (Femur) mit Beschreibung der wichtigsten anatomischen Strukturen. Der Winkel zwischen dem Zentrum des Femurkopfs (Caput femoris) und dem Femurschaft (Centrum-Collum-Diaphysen (CCD)-Winkel) beträgt noramalerweise ca. 125°.
 

Abbildung 3
 Abb. 3

 
Abb. 3. Der Winkel zwischen dem Femurkopfzentrum und dem äusseren Rand des Azetabulums wird seitlicher (lateraler) Centrum-Erker ((L)CE)-Winkel genannt und beträgt 25-39°. Bei einem Winkel <25° wird von einer Hüftdysplasie, bei >39° von einer Hüftprotrusion mit dem Risiko des Einklemmens (femoroazetabuläres Impingement (FAI)) gesprochen.

 
 

Becken

Das Becken besteht aus den zwei Beckenhälften (Hemipelvis), die auf der Hinterseite beidseits über je ein Iliosakralgelenk mit dem Kreuzbein (Sakrum) und auf der Vorderseite über die knorpelige Schambeinastfuge (Symphyse) verbunden sind. Die Beckenhälfte besteht aus drei Anteilen, dem Darmbein (Os ilium; Beckenschaufel), dem Sitzbein (Os ischii) und dem Schambein (Os pubis) mit einem oberen und unteren Schambeinast. Um das 14.-16. Lebensjahr verschmelzen die drei Knochen im Bereich der Gelenkpfanne (Azetabulum). Für die Stabilität des Beckens von Bedeutung sind kräftige Bänder (Ligamente) zwischen dem Sakrum und dem Sitzbein (Lig. sacrotuberale und Lig. sacrospinale).

Beckenmodell
Weibliches Beckenmodell von ca. 1920 (Besitz spine-pelvis AG) mit Beschreibung der wichtigsten Knochenstrukturen und Becken-Organen.

Ihr Spezialist:

Prof. Marius Keel

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